flotte-hasen v.2

.Der Kuni ihr Gschichdn.

Es wor des Johr 1987. Des wor des Johr, wo Dördi Dansing nei die Kinos kumma is. Der Film hod mei Lem verändert. Mich hom sa alla Kuni genennd. Irgendwie hod mer des gfalln.

Gedansd hob i ja scho immer für mei Lem gern; mein erschdn Bauchdanz-Kurs hob i mit 11 gemachd. Ober Dördi Dansing hod mich insbirierd. Ich wolld mei Leidenschafd deiln; mit ondra Leud, die wu gern dansn und mit Leud, die wu gern zuschaua. Der Dansglubb wor mei Idee.

Bloß wie kumm i on Frauen in meim Older, die wu mei Leidenschaft deiln und a gscheid dansn könna? Ich hob alles brobiert; hob a Anzeich im Mieddeilungsbläddla gschaldn. Do hom sich sugor a a boor Frauen gemelded, ober des worn olla lauder Samerla. Die hom vielleicht gedachd, sie könna dansn, aber die hom ja net amol gscheid mitn Orsch waggln gekönnt!

So is a Johr rumganga und i wor nuch ka bisla weider. Dördi Dansing hob ich derazeit fast jeden Doch ogschaud, ober des hod mich eigendlich mehrer bedrückd. Ich wolld ja mein Draum verwirglichn. Und der Film hod mich immer wider dro erinnert, dass es net glabbt.

Ich wor verzweifelt. Dann, o an Doch, bin i in Hetzentännig durch die Stroß geloffen. Es wor scho dungl und ich hob über mein Dansglubb simeliert: „Och Godd“ hob i mer gedacht, „des bringd mer ja nix, wenn i nuch ned amol ana find, die wo gscheid dansn ko.“

Ganz in Gedanken versungn, bin ich o an Haus vorbeigeloffen; do hod Licht in der Küchn gebrennd und die Vorhäng worn auf Seidn gezong. Ich hob also gut nei dera Küchn neischaua gekönnd.

Und blötzlich dansd a Fra ungfähr in meim Older - am Fensder verbei.

„Die ko ja dansn!“ hob i mer gedachd. Ich hob ra a weng zugschaud, die hods wirklich draufghobt, mit dera Danserei. Ich konnd ra die Leidenschafd richtich osehn.
Ober a bisla beinlich wor mer des scho, weil die Fra hod nämlich fasd nix oghobd. Aber vo dem moment o hob i gewisst: Die Fra muss nei mein Glubb eidredn. Die is besdimmd mol a broffesionella Dänzerin gwen und tät ihrn Draum a nuch weiderlem. Und ich wär mei Sorng los.

Ich hob mer vorgenomma, o an onnern Doch wieder herzukumma; ich hob ja net gewisst, ob ich die Fra bei irgendwos stör. Späder, wie ich scho wider daham wor, hob ich erschd mol an Schreck gricht. Wer waß, ob die Fra überhabt do wohnt!? Am End wor sa bloß auf Besuch do und ich find sa nie mehr!

Also bin ich am nächsden Doch nuch mol vorbei geloffn, wies scho dungl wor. Ich wolld bloß amol schaua, ob ich die Fra nuch amol seh. Ober ich hob mer umsünsd Sorng gemacht. Die Fra is genauso wie am Doch davor durch die Küchn gedanst.

Ich wor wider fasziniert; ich hob mich bloß gfrocht, ob die des eigendlich jeden Doch so mecht. Und ob mer die jeden Doch bei irgend was störn könnt.

A Wochn drauf bin i wider auf Hetzentännig, wies noch gloggnhell wor. Ich wor a weng aufgerecht, ich hob ja gor net gewisst, ob des dera Fra überhabt recht is, wenn ich einfoch so kumm. Und ob sa überhabt Indresse hod. Vielleicht jochd sa mich gleich wider ford.

Ich hob mein gonsn Mud zamgenumma und o der Hausdür geglinglt. Die Fra hod mer aufgemacht und – glabts mer oder net – die hod die ganz Zeit gedanst und mit ihrn Orsch gewagglt. Ols tät sa die ganz Zeid nix onnersch machen.

Dann hod sa mich auf amol nein Arm genomma und gschriea: „Schö, dass du a amol kummst!“ Deraweil hob ich die doch gor net gekennt. Oder doch? Auf jeden Fall hod sa die ganz Zeid gered wie a Buch. Und gedansd.

Ihr könnt euch beschdimmd scho denken, dass die Fra unner Edeltraud wor.

Ich hob mich vorgschdelld und ra vo meiner Leidenschafd erzähld. Und vom Dansglubb. Ich hob ra a gschdandn, dass ich ra beim dansn zugschaud hob und wie fasziniert ich wor.

Die Edeltraud hod sich gfreud, dass ich sa dansn gsehn hob und dass ich Leidenschafd erkannd hob.

Sie hod mer erzähld, dass sa nie brofessionell gedansd hod, obwohl sie des eigendlich immer wolld. Immer wieder is sa schwanger worn. 5 Kinner hod sie, 25 Enkerla und 125 Urenkerla. Ka Wunner, dass sa ka Zeid ghobt hod für sich und ihrn Draum. Gedansd hod sa immer bloß daham in ihrer Küchn.

„Ober für an Draum isses nie zer späd“ hob i zu ra gsocht und „so a Dalend derf mer net verschwendn.“ Dann hob ich sa gfrochd, ob sa net mit mir zam dansen will. Die Edeltraud wor soford begeisderd.

Beschdimmd wor des Schiggsol, dass mir zwa uns gfunna hom. Weil mir olla zwa den gleichn Draum ghobt hom und weil mer zwa Muggn mid aner Glabbn gschlong hom.

 

Euer Kuni

zerüg

 


 







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